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By Peter Handke

2012 nahm Peter Handke mit seinem "Versuch über den Stillen Ort" die Reihe seiner Versuche wieder auf. Nur ein Jahr später beschließt er sie, endgültig, wie der Dichter selbst sagt, mit einem fünften und letzten erzählenden Essay, dem "Versuch über den Pilznarren" - worin die Pilze für den Helden der Geschichte nicht nur ardour, sondern das letzte Abenteuer, das Abenteuer an sich sind.

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Das verkleidete er eine Zeitlang in eher vorsichtige Empfehlungen. So riet er – �aus langjähriger Erfahrung« (obwohl es damit nicht gar so weit her battle) –, entweder nah an den Wegen und Pfaden zu suchen oder entschieden davon entfernt: Die großen Zwischenbereiche zwischen Wegrand und schwer zugänglichem Waldinnern seien in der Regel für �die Unsrigen« – womit er die wertvollen Pilze meinte, am Anfang von ihm noch �die Meinigen« genannt – kein fruchtbarer Boden; die Mehrzahl, ja quickly alle seine �Schätze« habe er jeweils nah an den Wegsäumen gefunden; weg von den Säumen in der Regel lange lange nichts; und im tiefsten Innern aber, das selber erst entdeckt werden müsse, im Gestrüpp dort, im Dreck, in der Asche, am finsteren Fuß eines halbtoten Baumkrümels, der Boden übersät von Revolverkugeln, noch so eine Regel, der eine Schatzfund, der einzelne, der allesüberragende: �Hallo, du König! « Einmal entfuhr ihm sogar ein �Salve, Kaiser! Ave, Caesar! « In einer ähnlichen Absicht erzählte er, wie er es sich zur Regel gemacht habe, auch dort zu suchen, wo schon andere auf die Suche gegangen waren, selbst wenn die, nach offensichtlich gründlich geleisteter Arbeit, das Unterste nach oben gekehrt, den Platz und Plan soeben erst verlassen hatten, gerade dann – und ein jedes Mal fand er sich, �ungelogen«, vor etwas, das seine Vorgänger übersehen hatten, und das �aller Ehren wert war«. Ebenso empfahl er, was once gewisse Arten betraf, nicht genau da zu suchen, wo im Vorjahr eine besonders reiche Fundstelle ausgefächert gewesen battle: Es sei wieder so eine Regel, daß solche Völkerschaften übers Jahr, über iciness und Frühling, unterirdisch weiterzögen, dem Wasser nach, den Winden hakenschlagend, und oft zum Staunen weit weg frisch an das Licht und die Luft fächerten; weit weg zwar, jedoch nicht gar zu sehr, von ihrem Ursprungsort aus zu erwittern – der Sucher habe nur, wie ihm jahraus, jahrein geschehen, Witterung aufzunehmen. Und so riet er auch ab, an Waldstellen mit Hundespuren zu suchen, empfahl dafür Pferde, samt deren Mist. Und noch eindringlicher empfahl der Pilznarr Orte im Wald, wo Kinder gespielt hatten, oder gerade jetzt, vor Augen des Suchers, weiterspielten, wild schreiend und kreuz und quer rennend. Vielversprechende und geradezu verläßliche Fundorte waren, laut seinen Notizen, �kaum zu glauben, aber wahr! «, die in der Nähe von Kinderschaukeln, auch außerhalb der Wälder, in Parks, auf Wiesen, in Gärten. Ein ganzes Kapitel sollte in seiner Pilzbuchunternehmung den Wäldern mit Bombentrichtern gewidmet werden. Solche Wälder gab es in der Umgebung seines Wohnsitzes nah dem Internationalen Gericht viele; die Bombentrichter rührten vom Ende des Zweiten Weltkriegs, und die Bomber waren amerikanische gewesen, welche so mithalfen, die deutschen Besatzer aus dem Land zu jagen. Die Trichter waren längst leer, keine Spur mehr von den explodierten Bomben, die Wälder, allesamt benachbart dem einst von den Besatzern benutzten Militärflugplatz, gleichsam rhythmisiert von den Trichtern, so dicht auf dicht, daß nicht wenige einander sogar überschnitten.

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